Die Skulptur verschwindet in der Landschaft. Sichtbar ist von weitem nur eine schwarze ­Linie. Je näher man tritt, desto mehr weitet sich der Krater. Die Arbeit gräbt sich als Negativform in die Erde ein. Das Loch wurde in Handarbeit mit einer feinen Asphaltschicht über­zogen. Der Asphalt bleibt unverdichtet porös. Er nimmt Wärme auf, wird weicher und wieder hart. Es riecht nach Teer. Der Krater ist 3 Meter tief und hat einen Durchmesser von 10 Metern; über unregelmässige Stufen ist er begehbar. Unten stehend oder sitzend, ­öffnet sich der Himmel über einem. Der schwarze Kreis reicht von Augenwinkel zu ­Augenwinkel. Trotz der rauen Oberfläche und der steilen Wänden ist der Aufenthalt unter der Erdoberfläche angenehm. Der Körper ist gehalten. Es wird still. Die frische Asphaltschicht glänzte einladend wie Samt. ­Witterungseinflüsse und Grundwasser ­zersetzen die Skulptur. Sie wird bald gänzlich verschwunden sein.

bleu du ciel, Môtiers Art en plein air, 2007
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 Wie tief ist die Zeit?